Die drehenden Derwische sind besonders in der Türkei zu einer touristischen Attraktion geworden, der Heimat des Mevlevi-Ordens aus Konya. Heute werden ihre Sema-Zeremonien allein zu diesem Zweck veranstaltet, seit Mustafa Kemâl Pascha (genannt Atatürk), der Gründer der Türkischen Republik, die Rituale der Mevlevi-Derwische mit dem Gesetz Nr. 677 verbieten ließ. Seit 1954 darf der Sema anlässlich des Jahrestages von Rumis Tod am 17. Dezember wieder vollzogen werden, allerdings nicht im Mutterhaus der Tariqa in Konya, sondern in einer Sporthalle.

Die Musik (Sufi Musik) Sufi-Musik ist der Oberbegriff für regional unterschiedliche Stile religiöser Musik im Islam und ist Teil der rituellen Glaubenspraxis von Anhängern des Sufismus.

In vielen Tariqas (Derwischorden) ist die Praxis der Musik üblich, die oft nur aus Gesängen besteht, in anderen Tariqas aber auch instrumental begleitet wird. Die Musik ist ein Bestandteil des Dhikr (Gottgedenken), denn in den Liedern werden entweder die Namen Gottes rezitiert, oder die Liebe zu Gott beziehungsweise zum Propheten Mohammed besungen.

Teilweise wurden später die lyrischen Werke bekannter Sufidichter (zum Beispiel Rumi oder Yunus Emre) als Liedtexte genommen.

In den unterschiedlichen Traditionen existieren auch verschiedene Arten, die Sufi-Musik – wenn überhaupt – instrumental zu begleiten. Oft werden die Instrumente Bendir (Rahmentrommel) und Nay (Rohrflöte) verwendet. Der Klang der Nay wird meist als klagend oder sehnsuchtsvoll beschrieben, weshalb sie auch generell als das Instrument der Sufis gilt. So wie das Rohr aus seiner Heimat, dem Röhricht geschnitten wurde, symbolisiert dessen Klang die Sehnsucht der von der Alleinheit getrennten Seele des spirituell suchenden Menschen nach ihrer ursprünglichen Heimat wieder.